Erfolgreiche Bilanz auf den Schwäbischen Jahrgangsmeisterschaften
Donauwörther Schwimmer*innen gehören zu Schwabens Besten
Am vergangenen Wochenende fanden die Schwäbischen Jahrgangsmeisterschaften mit Masterswertung im Schwimmen in Burgau statt. Trotz suboptimaler Wettervorhersage reisten ca. 300 Aktive aus 24 schwäbischen Vereinen in Burgau an. Es galt, rund 1.400 Starts ins Wasser zu pfeifen, bevor die Witterung den Wettkampf unterbrechen konnte.
Das Burgauer Freibad wurde Anfang Juni vom Hochwasser stark getroffen. Das Wasser stand beckenhoch auf der Wiese, der gesamte Technikraum war überflutet. Keine gute Voraussetzung für die Ausrichtung einer Schwimmveranstaltung einen Monat später. Es mussten alle Pumpen aus dem überfluteten Kellerbereich ausgebaut, gereinigt und wieder moniert werden und das unter hohem Zeitdruck. Die grandiose Arbeit der Freibadangestellten machte dies bis 6 Tage vor Beginn des Wettkampfes doch möglich, alle Hochwasserspuren zu beseitigen und hat damit herzlichen Dank und große Anerkennung verdient.
So konnte auch das 7-köpfige Team vom VSC Donauwörth voll durchstarten. Am Samstag war das Wetter zu Beginn der Veranstaltung optimal. Die Sonne schien, die Temperaturen waren angenehmen. Hoch motiviert startete das Team also in den Wettkampf.
Vor einem Jahr reiste Dora Pajtas (JG2011) noch als Zuschauerin mit zu den Meisterschaften. Die nötigen Pflichtzeiten waren für sie seinerzeit noch in weiter Ferne. Doch wurde damals ihr Ehrgeiz geweckt, ihr Ziel für die Saison 2023/2024 war klar: sie möchte auch auf den Schwäbischen Meisterschaften teilnehmen. Dora stieg ab diesem Moment zielstrebig ins Training ein und wurde stetig schneller. Über ihre Paradedisziplinen 100 und 200m Rücken und Freistil verbesserte sich die 12-Jährige innerhalb von nur 9 Monaten jeweils um ca. 20 Sekunden! Damit durfte Dora bereits Mitte Mai bei den Kurzbahn-Meisterschaften teilnehmen, Medaillen waren ihr hier allerdings noch verwehrt. Nun, bei den Langbahnmeisterschaften, verbesserte sie sich nochmal und wurde über die Rücken-Strecken (100m in 1:23,57 min., 200m in 2:57,25 min.) mit den ersten Bronze-Medaillen belohnt. Zusätzlich starte sie über 100 und 200m Freistil, sowie 50m Schmetterling.
Die ersten Langbahnmeisterschaften waren es für Bjarne Thoma (JG 2015). Der ehrgeizige Nachwuchsschwimmer ist besonders für seinen eisernen Trainingsfleiß bekannt. So durfte er drei Mal für seinen Verein ins Wasser springen. Über die 200m Freistil konnte er seine zwei Wochen zuvor aufgestellte Bestmarke zwar nicht unterbieten, man konnte allerdinge eine klare Technikverbesserung erkennen. Über die 100m Brust konnte Bjarne dann seinen Vizemeister-Titel von den 25m Kurzbahnmeisterschaften verteidigen. Mit einer Zeit von 1:50,15 min. bekam er verdient die Silbermedaille umgehängt. Am Sonntag trat er dann noch über die 200m Rücken an. Hier verbesserte er sich um starke 14 Sekunden und wurde somit in 4:02,48 min. verdient Dritter.
Moritz Oberländer (JG 2014) qualifizierte sich vorab gleich über 5 Strecken. Die Vorbereitung auf den Wettkampf lief bei dem 10-jährigen nicht ganz optimal. Das kältere Wasser im Freibad machte ihm im Training schwerer zu schaffen, so konnte er die Einheiten oft nicht bis zum Ende durchhalten. Trotzdem brachte er über 200m Freistil (3:23,75 min.), 100m Rücken (1:46,42 min.), 100m Brust (1:57,03 min.), 200m Rücken (3.46,10 min.) und 200m Lagen (3:43,64 min.) eine solide Leistung ins Becken und verfehlte hier mit Platz 4 bis 6 nur knapp die Medaillenränge.
Ebenfalls im Jahrgang 2014 startete Martin Pajtas. Das Donauwörther Nachwuchstalent konnte sich über alle für ihn angebotenen Strecken qualifizieren, ließ die nicht so geliebte Schmetterling-Strecke aber außen vor. Vom Vater lauthals angefeuert mussten seine sieben Starts eigentlich mit persönlichen Rekorden beendet werden. Es ging los mit Bronze über 200m Freistil (2:54,93 min.), gefolgt von Doppelgold über 100m Rücken (1:28,13 min.) und 100m Brust (1:38,74 min.). Nach diesen drei Starts wurde die Ausrüstung in Form einer Carbon-Wettkampfbadehose aufgerüstet. Mit diesem neuen Material schwamm Martin über 400m Freistil eine halbe Minute schneller als zuvor und wurde in 6:05,84 min. Vizemeister. Am zweiten Wettkampftag kamen, trotz schlechter Witterung, noch 3 mal Gold hinzu: 200m Rücken (3:02,63 min.), 200m Lagen (3:05,70 min.) und 100m Freistil (1:20,27 min.). Mit seinen Spitzen-Leistungen hat sich der 10-jährige zusätzlich das Ticket für die Bayerischen Jahrgangsmeisterschaften gezogen, natürlich über alle Strecken.
Als zweites Donauwörther Super-Schwimm-Talent war Elena Hauser (JG 2013) gemeldet. Sie konnte sich vorab ebenfalls über alle Strecken qualifizieren und sich damit ihr individuelles Wettkampfprogramm zusammenstellen. Für Elena standen ebenfalls sieben Start auf dem Programm, bei denen harte Kämpfe mit ihrer Rivalin aus Marktoberdorf um Gold zu erwarten waren. Über die ersten beiden Starts 200m Freistil (2:36,47 min.) und 100m Rücken (1:23,73 min.) musste sie sich noch knapp geschlagen geben. Das spannendste Rennen lief dann über 400m Freistil. Elena stieg von Beginn an aufs Gaspedal und blieb im Tempo konstant. So nahm der Konkurrenz bis 50m vor dem Ziel 2 Längen Vorsprung ab. Über die letzte Bahn startete Franziska Altmann dann in den Endspurt. Elena erhöhte zwar auch das Tempo, atmete aber auf die falsche Seite, sodass die die Wettstreiterin nicht ansprinten sah. 10 Hundertstel Sekunden Vorsprung konnte Elena doch noch ins Ziel bringen und wurde hochverdient Schwäbische Jahrgangsmeisterin. Ein zweites Gold über 200m Rücken (3:02,39 min.), jeweils Silber über 200m Lagen (2:59,51 min.) und 100m Freistil (1:12,44 min.), sowie Platz 4 über 100m Schmetterling (1:29,45 min.) rundeten ihr überaus erfolgreiches Ergebnis ab.
Moritz Lang (JG2012) starte über die Rücken-, Freistil- und Lagen-Strecken. Für ihr war vorab weniger das Medaillenfischen im Fokus, er wollte sein Saison-Ziel „Bayerische Jahrgangsmeisterschaften“ erreichen. Da auch der 11-jährige mit dem kälteren Freibadwasser seine Probleme hat, hielt er seine Ausdauer mit regelmäßigem Dauerlauf bereits vor der Schule aufrecht. Die größten Hoffnungen auf ein Ticket für die Bayerischen erhoffte er sich über die 200m Freistil und 200m Rücken. Beim Einschwimmen vor seinem ersten Start ging seine Schwimmbrille defekt und es musste schleunigst für Ersatz gesorgt werden. Mit neuer, aber nicht optimaler Brille hieß es vor seinem ersten Start Nerven bewahren. Die neue Brille hielt, so kam er gut ins Rennen. Von Anfang an konnte Moritz das vorgegebene Tempo halten. Er verbesserte sich im Vergleich zum Donauwörther Wettkampf vor zwei Wochen nochmals um über 5 Sekunden und konnte mit 2:38,00 min. die geforderte Pflichtzeit unterbieten. Vom Qualifikations-Druck befreit, konnte er nun gelassen in alle weiteren Rennen starten: 100m Rücken (1:25,91 min.), 400m Freistil (5:42,02 min.), 200m Lagen (3:02,17 min) und 100m Freistil (1:14,59 min.). Spannend wurde es noch über die 200m Rücken. Dank seines Stehvermögens über die letzten 50m konnte er auch hier die Norm erfüllen. Moritz schwamm in 2:56,49 min. genau eine Hundertstel schneller als gefordert. Seine zwei Bronze-Medaillen über die 100m-Strecken rundeten sein Ergebnis ab.
Joachim Lang (AK 40) vervollständigte das Schwimmteam dieser Veranstaltung. Eigentlich als Läufer bekannt, wollte er diesmal sein schwimmerisches Talent unter Beweis stellen. Die 100m Brust schwamm er bereits beim Clubvergleichskampf in Donauwörth, war hier aber mit seinem Start nicht zufrieden. Diesmal lief es besser der Master schwamm drei Sekunden schneller und schlug in 1:39,94 min. an. Duell Vater gegen Sohn hieß es dann über die 100m Freistil zum Ende der Veranstaltung. Beide Langs schwammen zusammen in einem Lauf gegen die Uhr. Der Start ging ganz klar an den Vater. Über die ersten 50m konnte Joachim seine Kraftvorteile noch ausnutzen und wendete als erster. Auf der zweiten Rennhälfte konnte Moritz durch eine kraftsparende Technik den Boden wieder gut machen, während beim Vater die Kraftreserven langsam aufgebraucht waren. Das Duell ging dann knapp an den Sohnemann, trotzdem war Joachim in einer Zeit von 1:16,83 min. der Altersklassensieg sicher. Der Läufer ging somit als zweifacher Altersklassenmeister nach Hause.
Für die VSC-Schwimmer ging so ein medaillenreiches Wettkampfwochenende zu Ende. Die Saison 2023/2024 ist nun fast vorüber. Mit den Bayerischen Jahrgangsmeisterschaften, den Bayerischen Freiwasser-Meisterschaften und den Augsburger Stadtmeisterschaften stehen aber noch drei wichtige Wettkämpfe auf dem Plan, bevor es in die verdiente Sommerpause gehen kann.

Hinten (v.l.n.r.): Joachim Lang, Moritz Lang, Moritz Oberländer, Bjarne Thoma, Elena Hauser, Dora Pajtas; kniend vorn: Martin Pajtas
Bild: Stefanie Lang



